Maas gegen Kampfeinsatz in der Sahelzone

Bei einer Konferenz mit den Staaten der Sahelzone sprach sich der deutsche Außenminister gegen Kampfeinsätze der Bundeswehr aus.

Maas gegen Kampfeinsatz in der Sahelzone
dpa

N'Djamena (dpa) - Mit Unterstützung von Deutschland und Frankreich haben sich die Staaten der Sahelzone am Dienstag bei einer Konferenz über die Bekämpfung islamistischen Terrors beraten. Vertreter aus den Ländern des G5-Bündnisses - der Niger, Mali, der Tschad, Burkina Faso und Mauretanien - trafen sich dazu in Tschads Hauptstadt N'Djamena. Bundesaußenminister Heiko Maas und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nahmen  online an dem Treffen teilnehmen.

In der Sahelzone - die sich südlich der Sahara vom Atlantischen Ozean bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche Terrorgruppen aktiv, die unter anderem aufgrund des weitläufigen Wüstengebiets nur schwer zu bekämpfen sind. Angriffe islamistischer Gruppen in der Sahelzone sind laut Experten seit 2017 um fast das Siebenfache gestiegen.

Bislang hat Frankreich mit bis zu 5100 Soldaten einen Großteil des Anti-Terror-Kampfs gestemmt. Allerdings hatte Macron jüngst signalisiert, dass es bald eine «Anpassung» des Einsatzes geben würde. Zwar haben die G5-Staaten vor einigen Jahren eine gemeinsame Eingreiftruppe gegründet, die auch von der EU unterstützt wird, allerdings hat diese laut Mali Finanzierungsschwierigkeiten.

In Mali ist zudem eine UN-Mission zur Stabilisierung des Landes im Einsatz, an der sich auch die Bundeswehr beteiligt. Nirgendwo sonst außer in Afghanistan sind so viele deutsche Soldaten stationiert. Rund 100 bilden im Rahmen einer EU-Mission malische Soldaten aus, 955 beteiligen sich an der UN-Blauhelmtruppe.

Paris pocht schon länger auf eine gerechte Lastenteilung im Anti-Terror-Kampf in er Sahel-Zone. Seit Beginn des Einsatzes starben 57 französische Soldaten. Aber einen Kampfeinsatz der Bundeswehr gegen islamistische Terroristen in der afrikanischen Sahelzone lehnt die Bundesregierung weiter ab. Deutschland gehe es insbesondere darum, auch die zivilen Bemühungen zur Stabilisierung der Sahel-Länder zu verstärken, betonte Maas.

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