Mehr Appetit auf Bio

Die Bio-Branche wächst seit Jahren. In der Corona-Krise achten noch mehr Menschen auf gesunde, regionale und nachhaltige Ernährung. 

Mehr Appetit auf Bio
dpa

Nürnberg (dpa) - Ein größeres Bewusstsein für Gesundheit, Regionalität und Nachhaltigkeit haben in der Corona-Krise den Appetit auf Bio-Lebensmittel geschürt. Vor allem die Bio-Abokisten haben einen Boom erlebt, der diese zum Teil an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht hat.

Kurz nach Beginn des ersten Lockdowns sei der Online-Shop unter den vielen Bestellungen zusammengebrochen, und man habe eine Zeit lang keine neuen Kunden mehr annehmen können, berichtete Franziska Rutscher vom Ökodorf Brodowin im brandenburgischen Eberswalde, das mit seinem Ökokorb Berlin und Umland beliefert.

Auch die rollende Gemüsekiste aus Augsburg bekommt zurzeit so viele Anfragen, dass sie diese nach eigenen Angaben nicht alle sofort abarbeiten kann. Man sei dabei, die Kapazitäten zu erweitern, heißt es auf der Homepage.

Genaue Zahlen zum Bio-Markt 2020 will der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zur digitalen Eröffnung der weltgrößten Naturkostmesse Biofach vorstellen. Seit Jahren verzeichnet die Branche einen Aufwärtstrend, der nach BÖLW-Angaben auch in der Corona-Krise weiter angehalten hat.

Die Biofachhändler profitierten im vergangenen Jahr davon, dass viele Menschen wegen der geschlossenen Restaurants mehr gekocht haben - und dabei nach Angaben des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) mehr Wert auf die Herkunft der Lebensmittel gelegt haben. Nach BNN-Hochrechnungen konnte der Biofachhandel seinen Umsatz um rund 16 Prozent auf mehr als 4 Milliarden Euro steigern.

Die Bio-Landwirte genießen nach einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts AMM bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland großes Vertrauen. «Eine immer größere Zahl von Konsumenten sagt, sie beziehen am liebsten direkt vom Erzeuger», sagte Studienleiter Joachim Riedl von der Hochschule Hof. An zweiter Stelle folgten Biofachhandel und danach die Wochenmärkte.

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