Koalition gewinnt Hamburg-Wahl

Die Sozialdemokraten sind die Sieger der Hamburger Bürgerschaftswahl. Ihr Regierungspartner, die Grünen, verdoppelten ihr Ergebnis.

SPD gewinnt Hamburg-Wahl
dpa

Hamburg (dpa) - Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg - also bei der Wahl zum Landesparlament in Deutschlands zweitgrößter Stadt - hat die sozialdemokratische SPD nach Auszählung aller Stimmen ihre Position als stärkste Kraft klar verteidigt. Die Partei von Bürgermeister Peter Tschentscher büßte am Sonntag zwar an Stimmen ein, lag aber weit vor dem grünen Regierungspartner.

Die Grünen unter ihrer Spitzenkandidatin Katharina Fegebank verdoppelten ihren Stimmenanteil annähernd. Damit hätte Rot-Grün eine komfortable Mehrheit in der Bürgerschaft und könnte ihr bisheriges Regierungsbündnis fortsetzen. Die konservative CDU büßte erneut an Stimmen ein, während die Linke leicht zulegte. Die rechtspopulistische AfD und wohl auch die freiheitlich-liberale FDP schafften ganz knapp den Wiedereinzug in die Bürgerschaft. Die Liberalen müssen aber noch zittern, da es augenscheinlich in einem Wahllokal zu einer Verwechselung der Stimmen von FDP und Grünen gekommen ist. In Deutschland gilt eine Fünf-Prozent-Hürde.

Nach Angaben des Hamburger Landeswahlamts erreichte die SPD mit 39,0 Prozent wieder klar Platz eins (2015: 45,6). Die Grünen kamen auf 24,2 Prozent (12,3). Die CDU sackte noch einmal ab auf nun 11,2 Prozent (15,9). Die Linke gewann leicht auf 9,1 Prozent (8,5). Die FDP lag bei 5,0 (7,4), die AfD bei 5,3 Prozent (6,1). Für die Liberalen wird es erst am Montagabend endgültige Klarheit geben.

Nach den ersten Ergebnissen betrug die Wahlbeteiligung 63,3 Prozent. Bei der Wahl vor fünf Jahren waren nur 56,5 Prozent der Hamburger an die Urnen gegangen, so wenige wie seit 1949 nicht. Knapp 3 Prozent der Stimmzettel waren diesmal nach vorläufiger Auswertung ungültig.

Für Bürgermeister Tschentscher ist eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition naheliegend. «Wir haben immer gesagt, dass Rot-Grün die nahe liegende Option ist - das gilt auch jetzt. Wir werden als erstes auch mit den Grünen sprechen, sondieren», sagte Tschentscher im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ZDF. Fegebank von den Grünen sprach sich ebenfalls für eine Fortführung der Zusammenarbeit aus.

Neben Rot-Grün wäre rechnerisch auch eine Koalition von SPD und CDU möglich, politisch ist das jedoch unwahrscheinlich. Bürgermeister Tschentscher kündigte an, auch mit der CDU zu sprechen. «Wir werden aber auch - wenn sich die Mehrheiten so bestätigen - auf die CDU zugehen, ein Gespräch führen.»