UN-Konferenz in Bonn

Die zehntägige Tagung bereitet den kommenden Weltklimagipfel in Santiago de Chile im Dezember vor.

Bonn Climate Change Conference
dpa

Bonn (dpa) - Ein halbes Jahr nach dem Weltklimagipfel in Polen sollten sich von Montag an in Bonn rund 3000 Experten zu einer weiteren großen UN-Klimakonferenz treffen. Vor Beginn der zehntägigen Beratungen mahnte die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, die Erderhitzung sei die größte Herausforderung dieser und kommender Generationen - und es gebe überwältigende Beweise für die Dringlichkeit der Krise. «Jugendliche auf der ganzen Welt wissen das - und sie sind wütend.» Die jungen Menschen forderten, dass jetzt gehandelt werde.

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze sieht in den Fridays-for-Future-Demonstrationen der Jugendlichen einen «Weckruf an die Entscheidergeneration». «Ich finde es richtig gut, wenn heute wieder eine angeblich so unpolitische Generation den Mund aufmacht und auf die Straße geht», sagte die Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. «Der Protest der Jugend wird auch auf den Konferenzen wahrgenommen.»

Das Bonner Treffen soll unter anderem den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Santiago de Chile vorbereiten. Dort soll sich etwas bewegen, denn die Zusagen aller Länder weltweit reichen nicht, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Danach soll die Erderhitzung möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden.

Einer der strittigsten Punkte der Bonner Konferenz sind die sogenannten Marktmechanismen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Dabei geht es darum, dass Länder Klimaschutzmaßnahmen in anderen Ländern finanzieren können und dafür im eigenen Land weniger tun müssen. Schulze sagte dazu: «Uns ist wichtig, dass es bei der Anwendung von Marktmechanismen zu Ambitionssteigerungen kommt und dass Doppelzählungen vermieden werden. Der weltweite Handel mit Emissionsrechten muss zu mehr und nicht zu weniger Klimaschutz führen.»

Bei den Doppelzählungen geht es um die Befürchtung, dass Emissionsminderungen zweimal gezählt werden könnten: in dem Land, in dem sie erfolgen, und da, wo sie finanziert werden. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sehe diesen Handel kritisch: «Jedes Land sollte selbst Verantwortung für die Pariser Klimaziele übernehmen und zu Hause CO2 einsparen.»