„Zeichen der Humanität“ setzen

Die Migrationsdiskussion nimmt durch das Drama auf Lesbos wieder Fahrt auf. Geht EU-Ratspräsident Deutschland voran?

„Zeichen der Humanität“ setzen
dpa

Berlin/Athen (dpa) - Soll Deutschland vorangehen und Migranten von den griechischen Inseln aufnehmen - oder versuchen, andere EU-Staaten für eine umfassendere Lösung der Asylproblematik zu gewinnen? Nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria auf der Insel Lesbos wird die Diskussion in Deutschland heftiger denn je geführt. Die Bundesregierung als derzeit amtierende EU-Ratspräsidentschaft setzt weiter auf eine europäische Lösung und hält sich mit einseitigen Aufnahmeangeboten zurück.

Doch nun schert Entwicklungsminister Gerd Müller aus und fordert, 2000 Migranten aufzunehmen. Deutschland solle mit einem entsprechenden «Zeichen der Humanität» vorangehen, sagte der CSU-Politiker am Mittwochabend in der ARD. «Ich persönlich bin der Meinung, dass wir die Angebote der deutschen Länder annehmen sollten.» Mehrere Bundesländer hatten konkrete Zahlen von Migranten genannt, die sie bereit seien zusätzlich aufzunehmen. Sie hatten den zuständigen Bund aufgefordert, dem zuzustimmen - wissend, dass der dann auch einen Großteil der Kosten tragen müsste. Bisher hat die Bundesregierung lediglich davon gesprochen, dass Deutschland Griechenland helfen werde.