Große Firmen wollen Energieverbrauch senken

Viele Unternehmen bereiten Energiesparprogramme vor. Manche schaffen es, den Gasverbrauch um die Hälfte zu drosseln und durch Erneuerbare zu ersetzen.

Große Firmen wollen Energieverbrauch senken
BASF

Hannover/Berlin (dpa) - Viele Unternehmen in Deutschland bereiten weitere Energiesparprogramme vor, um sich gegen eine drohende Verschärfung der Gaskrise und zusätzliche Risiken beim Strom abzusichern. So soll der eigene Betrieb gewährleistet, aber auch ein Beitrag zur Stabilität von Speichern und Kraftwerkskapazitäten geleistet werden.

Der Automobilhersteller Mercedes-Benz erwägt, seinen Gasverbrauch in Deutschland bei Bedarf um bis zu die Hälfte zu drosseln. „Wir wären in der Lage, diese Maßnahmen dieses Jahr umzusetzen“, sagte Vorstandschef Ola Källenius kürzlich. Strom aus Gasverbrennung soll möglichst durch Elektrizität aus erneuerbaren Quellen abgelöst werden.

Die Salzgitter AG, die Nummer zwei in der rohstoffintensiven Stahlindustrie, will den Einsatz von Erdgas „auf ein Minimum zu beschränken“. Teilmengen ließen sich mit Öl ersetzen. Außerdem nutze man verstärkt die sogenannten Kuppelgase, die als Nebenprodukte anfallen. Salzgitter will die Gewinnung des Roheisens mittelfristig von Kokskohle auf Wasserstoff umstellen - übergangsweise werden aber auch hier Erdgasgemische mitverwendet.

In der besonders gashungrigen Chemie- und Pharmaindustrie sah der Fachverband VCI zuletzt nur noch wenig Einsparpotenzial. Es gab aber auch wieder etwas optimistischere Stimmen. BASF rechnet selbst bei Ausrufung der Gasnotfallstufe mit dem Weiterbetrieb seines Stammwerks in Ludwigshafen.

Im Maschinenbau könnten manche Anbieter nach Schätzungen der Dachorganisation VDMA mit 20 bis 40 Prozent weniger Gas auskommen - wohl aber nur für kurze Zeit. Bei der Deutschen Bahn, der Telekom und auch kleinen Unternehmen aus regionalen Industrie- und Handelskammern gibt es ebenfalls Sparüberlegungen.