Gute Noten für deutsche Berufsausbildung

Deutschlands System der Berufsausbildung erhält viel Lob in der Bildungsstudie der OECD. Doch es gibt auch eine Warnung.

Gute Noten für die deutsche Berufsausbildung
dpa

Berlin (dpa) - Deutschland ist mit seinem Bildungssystem international vergleichsweise gut aufgestellt. Dennoch könnten die wochenlangen Schulschließungen für die betroffene Schülergeneration langfristig massive finanzielle Folgen haben. Zu dieser Einschätzung kommen die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und ihr Bildungsdirektor Andreas Schleicher.

Schleicher sagte am Dienstag bei der Vorstellung des jährlichen OECD-Berichts «Bildung auf einen Blick» in Berlin: «Die Lernverluste während der Schulschließungen (...) könnten für die Corona-Generation ein Minus von drei Prozent beim Lebenseinkommen bedeuten und sich bis zum Ende des Jahrhunderts auf hunderte Milliarden Euro an Verlusten summieren.»

Insgesamt bekommt Deutschland im OECD-Bildungsbericht gute Noten. Hervorgehoben wird die deutsche Berufsausbildung. Das System stelle eine hohe Beschäftigungsfähigkeit sicher und werde eine Schlüsselrolle in der Erholungsphase nach der Corona-Krise spielen, heißt es. 

Die eigentliche Stärke in Deutschland sei das Zusammenspiel zwischen schulischem und betrieblichem Lernen, sagte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher am Dienstag. Im Durchschnitt entscheiden sich in Deutschland dem Bericht zufolge 46 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der oberen Klassenstufen für einen berufsbildenden Weg.