Merkels Abschiedsbesuch in Israel

Bei ihrem letzten Besuch als Bundeskanzlerin in Israel hat Angela Merkel die Verantwortung auch künftiger deutscher Regierungen für Israels Sicherheit angemahnt.

Merkel
dpa

Jerusalem (dpa)Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Sicherheit Israels als „zentralen Punkt“ auch für künftige deutsche Regierungen bezeichnet. „Deutschland ist nicht neutral, wenn es um Fragen der Sicherheit Israels geht, sondern die Sicherheit Israels ist Teil unserer Staatsräson“, sagte sie am Sonntag in Jerusalem. Das gelte auch, wenn man in Einzelfragen unterschiedlicher Meinung sei. Dem werde sich jede Bundesregierung verpflichtet fühlen, ebenso wie dem Kampf gegen Antisemitismus.

Es ist Merkels siebter bilateraler Israel-Besuch: Zuerst war sie 2006 dort, zuletzt vor drei Jahren. Die Kanzlerin genießt in Israel ein hohes Ansehen. Merkel besuchte bei ihrem Abschiedsbesuch in Jerusalem auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, wo sie in Anwesenheit von Regierungschef Naftali Bennett einen Kranz niederlegte. „Jeder Besuch in Yad Vashem berührt mich aufs Neue im Innersten“, schrieb sie ins Gästebuch. „Die hier dokumentierten Verbrechen gegen das jüdische Volk sind uns Deutschen immerwährende Verantwortung und Mahnung.“

Israels Regierungschef Bennett würdigte Merkel als „moralischen Kompass des gesamten europäischen Kontinents“ und als „echte Freundin des jüdischen Staates Israel“. Präsident Izchak Herzog überraschte Merkel mit einem besonderen Geschenk: der Einrichtung eines Ehrenstipendiums in ihrem Namen für herausragende Wissenschaftlerinnen am Weizmann-Institut, einem der weltweit führenden Forschungsinstitutionen.

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