„Stunde der Hilfe“

Flutkatastrophe in Deutschland: Zahlreiche Spitzenpolitiker haben die Krisengebiete besucht und Hilfe zugesichert. Auch international wurde Anteil genommen.

„Stunde der Hilfe“
dpa

Euskirchen (dpa) – Zahlreiche Spitzenpolitiker haben die Krisengebiete besucht, Mitgefühl gezeigt und Hilfe zugesichert. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatten am Sonntag das von der Hochwasserkatastrophe stark beschädigte Dorf Schuld im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz besucht. Bundesinnenminister Horst Seehofer und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (Foto) waren am Montag beim Hochwasser-Kriseneinsatz an der Steinbach-Talsperre in Euskirchen (NRW). Beide Politiker zeigten sich erleichtert, dass ein Dammbruch an dem seit Tagen gesicherten Ort nicht mehr zu befürchten sei.

Innenminister Seehofer äußerte sich betroffen angesichts der Naturkatastrophe. Er habe so etwas noch nie erlebt. «Jetzt ist die Stunde der Hilfe und Solidarität», sagte er. Zunächst gehe es um Soforthilfe «für die Menschen, die nichts mehr haben als das, was sie auf dem Leib tragen». Beide Politiker dankten den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Bundeswehr für die Unterstützung an der durch die Fluten bedrohten Talsperre. Wegen der Gefahrenlage waren vier Ortschaften der Städte Euskirchen und Rheinbach mit mehr als 4500 Einwohnern seit Tagen evakuiert worden.

Mehrere Politiker lobten die Zivilcourage des Eifeler Tiefbau-Unternehmers Hubert Schilles. Er hatte sich am vergangenen Donnerstag ohne zu zögern bereit erklärt, den mit Boden und Geröll zugeschwemmten Abfluss der Steinbachtalsperre in Euskirchen freizubaggern und begab sich damit in Lebensgefahr. Schilles selbst blieb bescheiden. Er habe ja genau gewusst, was für die Ortschaften unterhalb des Dammes auf dem Spiel stand, sagte er. «Mir war klar. Hier muss sofort Hilfe her. Da kann man nicht mehr lange überlegen».

Auch international wurde Anteil genommen. Das Rathaus der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv wurde am Sonntagabend in den Farben der deutschen Flagge angeleuchtet. Bürgermeister Ron Chuldai sprach «dem deutschen Volk und unseren vielen Freunden in unseren Partnerstädten in Deutschland» sein Beileid aus. «Im Namen der Einwohner Tel Avivs sende ich Wünsche für eine rasche Erholung von dieser furchtbaren Katastrophe.»

Die Bilder der Flutkatastrophe in Deutschland