Die Arbeit ans Leben anpassen

Flexible Karrieremodelle für Eltern oder Jobs für Geflüchtete – diese Projekte liefern neue Impulse für die moderne Arbeitswelt.

„Tandemploy“-Gründerinnen Anna Kaiser und Jana Tepe
„Tandemploy“-Gründerinnen Anna Kaiser und Jana Tepe Tandemploy

Mit dem Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ prämiert die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ jedes Jahr Projekte, die innovative Antworten auf gesellschaftliche Fragen liefern. Zum Beispiel neue Arbeitsmodelle für eine Gesellschaft im Wandel.

Tandemploy: Jobsharing leicht gemacht

Mit einer neuen Technologie macht die Berliner Jobsharing-Plattform Tandemploy Lust auf Teilzeit. Jobsharing ist die ideale Lösung für alle, die mehr Zeit für Familie oder andere Projekte brauchen – und trotzdem nicht auf ihren Traumberuf verzichten wollen. Tandemploy entwickelt und vertreibt eine Matching-Software, die Menschen und Wissen in Organisationen miteinander verbindet, um Silos abzubauen, Expertise und Erfahrung zu vernetzen und gemeinsam „Neue Arbeit“ Realität werden zu lassen. Dahinter steckt ein wissenschaftlich entwickelter Algorithmus.

Coworking Toddler: Büroplatz mit Kita

Die Eltern arbeiten, Erzieher betreuen die Kinder – in der Kita nebenan. Das ist die Idee von Coworking Toddler, einem Berliner Coworking-Space mit integrierter Kinderbetreuung. Der Clou ist die räumliche Nähe: Sie ermöglicht Zeit zum Stillen, für ein gemeinsames Mittagessen oder Kuscheln zwischendurch. Eine SMS oder ein Anruf reicht, schon sind die Eltern da, wenn der Nachwuchs sie braucht. Im abgetrennten Coworking-Space können die Eltern in produktiver Atmosphäre arbeiten statt allein im Homeoffice. Coworking Toddler hilft, Familie und Job zu vereinbaren – und verbindet so die Anforderungen der modernen Arbeitswelt mit den Bedürfnissen von Kindern und Eltern.

Coworking Toddler: Arbeiten mit Kinderbetreuung
Coworking Toddler: Arbeiten mit Kinderbetreuung Kfir Harbi

Social-Bee: Jobchancen für Geflüchtete

Geflüchtete tun sich oft schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Häufig scheitert die Einstellung an bürokratischen Hürden. Social-Bee will das mit einer sozialen Zeitarbeitsfirma ändern. Das Social Startup aus München stellt Geflüchtete an, bildet sie fachlich wie sprachlich weiter und vermittelt sie später an Partnerunternehmen. So schlägt Social-Bee eine Brücke zwischen beiden Seiten: Geflüchtete bekommen eine neue Jobperspektive, Unternehmen motivierte Mitarbeiter – ohne bürokratischen Aufwand und mit der Chance, sich gegenseitig unverbindlich kennenzulernen, bevor eine langfristige Festanstellung vereinbart wird. Das unterstützt die Integration und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Workeer: Jobbörse für Geflüchtete

Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu bekommen und selbst für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können – das ist für viele Geflüchtete das wichtigste Ziel. Bei der Jobsuche hilft die Online-Plattform workeer.de. Hier können Interessierte nach Stellenangeboten im gesamten Bundesgebiet suchen und sich mit ihrem Profil potenziellen Arbeitgebern präsentieren, vom persönlichen Werdegang über Aufenthaltsstatus bis zu Sprachkenntnissen. Die Nutzer der Seite finden zudem Adressen von Initiativen, die Geflüchtete bei der Jobsuche und Weiterbildung unterstützen, zum Beispiel durch Bewerbungstrainings und Sprachkurse.