Duale Ausbildung weltweit fördern

 

Viele Länder setzen auf das deutsche Modell – als wirksames Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit.

Theorie trifft Praxis: der Vorteil der dualen Ausbildung
Theorie trifft Praxis: der Vorteil der dualen Ausbildung Shutterstock

Berufsbildung made in Germany ist ein Exportschlager. Deutschland arbeitet bereits mit mehr als 100 Ländern zusammen, die sich für das Konzept interessieren.

Deutschland ist seit Jahrzehnten erfolgreich mit dem Dualen System der Berufsbildung. Auszubildende erwerben praktische Fertigkeiten im Unternehmen und parallel dazu theoretisches Wissen an einer Berufsschule. Sowohl als Maßnahme gegen Jugendarbeitslosigkeit als auch gegen Fachkräftemangel hat sich die Ausbildung bewährt und wird daher auch international als Erfolgsmodell gesehen. Bereits 2013 legte die Bundesregierung dazu ein Positionspapier vor: Deutschland will seine Expertise zum Dualen System interessierten Partnerländern zur Verfügung stellen. Diese können sich von deutschen Bildungsexperten beraten lassen, wenn sie in ihren eigenen Ländern ein System der dualen Berufsbildung einführen. 

Weltweite Nachfrage

Die internationale Berufsbildungszusammenarbeit zeigt viele positive Effekte. Junge Menschen bekommen eine Perspektive in ihrer Heimat und der soziale Frieden wird gestärkt, weil durch gut ausgebildete Fachkräfte Wettbewerbsvorteile entstehen durch die wieder mehr Menschen gut bezahlte Arbeit bekommen.

Wir geben Dir hier einen Überblick, wo auf der Welt junge Menschen vom System der dualen Berufsausbildung profitieren.
 

  • Spanien, Griechenland, Portugal, Italien, die Slowakei und Lettland haben sich 2016 unter Beteiligung der Europäischen Union in einem Abkommen mit Deutschland darauf verständigt, die Strukturen des dualen Berufsbildungssystems zu übernehmen.
  • Die Umsetzung der europäischen Ausbildungsallianz ist allerdings nicht immer ganz einfach: So musste die Slowakei erst ein neues Berufsbildungsgesetz in Kraft setzen, bevor die Ausbildung beginnen konnte.
  • Auch in der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA besteht Interesse an dieser Variante einer gründlichen Berufsausbildung.
  • International legt Deutschland einen Schwerpunkt auf die Kooperation  mit afrikanischen Staaten, etwa Südafrika oder Nigeria,.
  • Viele karibische, mittel- und lateinamerikanischen Ländern hat die duale Ausbildung ebenfalls überzeugt, dazu gehören zum Beispiel Mexiko, auch mit dem Schwerpunkt Automobilbau, und Ecuador.
  • In Südafrika, Ecuador und Vietnam gibt es Projekte, die besonders auf eine handwerkliche Ausbildung zielen.


„Skills Experts“ helfen im Beruf

Bosnien und Herzegowina, Chile, Ghana, Indonesien, Kenia, Kroatien, Nigeria, Nordmazedonien, Südafrika, Vietnam: In all diesen Ländern gibt es „Skills Experts“. Die Fachleute für Ausbildung unterstützen auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Aufbau eines dualen Systems in der Berufsbildung, die Verbindung von theoretischem Unterricht und praktischer Ausbildung. Von den Außenhandelskammern aus bringen sie Unternehmen und Berufsschulen zusammen. Auf diese Weise werden etwa junge Kenianerinnen und Kenianer zu Fachkräften in der Gastronomie ausgebildet. Und Südafrika startete 2020 einen Logistiklehrgang.

Deutsche Unternehmen als Treiber der Entwicklung

„Skills Experts“ ist eines von vielen Beispielen dafür, wie Deutschland weltweit berufliche Bildung nach den Prinzipien des dualen Systems fördert – das Interesse daran ist groß, meldet die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET). Treiber der Entwicklung sind häufig deutsche Unternehmen mit Niederlassungen in anderen Ländern. Sie sind angewiesen auf gut ausgebildete Fachkräfte, wie das duale System sie hervorbringt. Lernen in praxisnaher Umgebung ist dabei nur ein Element. Hinzu kommen eine enge Vernetzung zwischen Sozialpartnern, Wirtschaftsorganisationen und Staat, landesweite Qualitätsstandards bei Ausbildungsinhalten und Lehrpersonal sowie die kontinuierliche Evaluation.

Was die duale Ausbildung zudem attraktiv macht: Sie gilt als wirksames Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit. Eine Mitte 2020 veröffentliche Vergleichsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) unterstreicht den Erfolg des deutschen Ansatzes: Die Beschäftigungsquote für 25- bis 34-Jährige mit mittlerer Qualifikation liegt in Deutschland mit 88 Prozent über dem OECD-Durchschnitt (82 Prozent). Die Perspektiven für junge Menschen mit einem beruflichen Abschluss sind in Deutschland demnach so gut wie in fast keinem anderen OECD-Land.

GOVET informiert weltweit

Mit GOVET – kurz für German Office for International Cooperation in Vocational Education and Training – hat die Bundesregierung seit  2013 eine zentrale Anlaufstelle für das Thema internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung geschaffen. GOVET bietet Informationen Interessenten aus dem Ausland Informationen zur dualen beruflichen Bildung, eine Projektdatenbank zu deutschen Berufsbildungsprojekten weltweit und Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen an.

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